Freiwillige FeuerwehrNordheim

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Besuch der Feuerwehr in der Asylbewerberunterkunft

Sonntag, 11.10.2015von Marcel Karger und Sergen Tuncelli, Feuerwehr Nordheim

Zusammen mit Gemeindediakon Bernd Maier von der evangelischen Kirchengemeinde Nordheim besuchten Führungskräfte und ein türkischsprechender Kamerad am Sonntag, den 11. Oktober die über 80 Flüchtlinge - überwiegend Familien - um sich gegenseitig kennenzulernen. Für die Kinder war es eine rießen Freude das mitgebrachte Löschgruppenfahrzeug zu inspizieren und auch einmal mit einem Strahlrohr etwas Wasser zu verspritzen. Doch zuerst einmal zur Vorgeschichte warum es für die Freiwillige Feuerwehr Nordheim wichtig war Kontakt zu knüpfen:

Tag der deutschen Einheit, halb zehn in Nordheim. Die Funkmeldeempfänger der Freiwilligen Feuerwehr Nordheim melden „Feueralarm Asylbewerberunterkunft Nordheim-Nordhausen“. Vor Ort Erleichterung: jemand hatte beim Duschen unverschuldet einen Rauchmelder ausgelöst. Die vor Ort installierte Brandmeldeanlage löste daraufhin direkt bei der Integrierten Leitstelle Heilbronn einen Feueralarm aus. Donnerstag darauf, 2 Uhr, selbes Spiel. Beim Landratsamt als Betreiber der Unterkunft wird von der Feuerwehr bemängelt das eine fehlende Türe zum Vorraum, also ein Baufehler, für den Alarm verantwortlich ist und um umgehende Abhilfe gebeten.

„Wir möchten auch das Sie nachts schlafen und nicht wegen dem Wasserdampf hierher müssen“ äußerte eine Familie beim Gespräch. Man versuche sich derzeit damit zu behelfen indem man versucht die anderen Duschräume zu verwenden aber dies sei auch keine längerfristige Lösung. Vor allem nicht über die kalten Wintertage. Auch zeigte man große Bewunderung, als man das System der Freiwilligen Feuerwehr erklärte.

In Ihr Zimmer lud eine dreiköpfige Familie ein. Für die Feuerwehr war dies ein sehr wichtiger Einblick, ein Zimmer im bewohnten Zustand vorab besichtigen zu können bevor es zu einem Ernstfall kommen kann. Stolz zeigte man die Standardeinrichtung, welche aus einem Einzelbett, Hochbett, Tisch, einem kleinen Kühlschrank und zwei Spinden besteht. Der Mann der Familie erklärte später, dass man sich hier auch verständigen könne auch wenn nicht alle die gleiche Sprache sprechen. „Mit Händen und Füßen geht es immer“. Man erwähnte gleich darauf den Deutschkurs in den Sie sich schon eingetragen haben und seien schon voller Vorfreude.

Ein Kamerad fand gegen später noch Anschluss an zwei Jugendliche im ungefähr selben Alter. Was machen die Jugendlichen den ganzen Tag? „Bike“ und „sport“ waren Wörter, die trotz Sprachbarriere verständlich waren. Nachdem die Jugendlichen das Smartphone des Kameraden in der Hand sahen kamen auch Wörter wie „Whatsapp“ und „Facebook“ dazu - Wörter die unter Jugendlichen weltweit bekannt sind. So wurde erklärt, das Mobiltelefone der einzige Weg seien um Kontakt mit seinen Freunden und der Familie, in anderen Unterkünften und der Heimat, aufrecht zu halten.

Am Ende standen Feuerwehrkameraden und Gemeindediakon zusammen mit den Gastgebern auf deren Einladung mit einem Kaffee in der Hand am Eingang der Unterkunft und unterhielten sich. Seinen Ruf als Helfer in der Not konnte man schlussendlich in diesem Vertrauensrahmen auch noch unter Beweis stellen. Nach einem „Excuse me, can you help me?“ wurde ein defektes Vorhängeschloss mit einem Bolzenschneider geöffnet und dem Mitbürger mit Flüchtlingsstatus unbürokratisch geholfen.